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Kategorie: Archiv

Oberstudiendirektor a.D. Friedhelm Wacker brillierte am Montag im  Verlauf des „Heimatnachmittages“ für Senioren und ehemalige Wettringer. Mit ihm hatten die Elisabethkonferenz und die kfd St. Petronilla einen exzellenten Rezitator der Werke Augustin Wibbelts gefunden. Im Vorstand des Heimatvereins war er empfohlen worden. Unerschöpflich seine Kenntnis über lustige Gedichte dieses Dichters und  Schriftstellers, der in der plattdeutschen Sprache schrieb. Unnachahmlicht, wie der 89-jährige Friedhelm Wacker sie vortrug. Er spielte mit seiner tiefen und gut klingenden festen Stimme, sein Gesicht erzählte mit, ebenfalls seine Gestik. Und als er zur Gitarre griff und  „Pöksken satt in´n Sunnenschien“ u.a.vortrug, war der Beifall riesengroß. Die Stunden in Wettringen gefielen ihm sehr gut. „Dieser Nachmittag war sehr interessant für mich“, sagte er, als er sich gegen 17.30 Uhr verabschiedete. .

Obwohl der Heimatnachmittag erst um 15 Uhr begann, setzte bereits um 14.15 Uhr die Invasion in den  Brömmlerschen Saal ein. Viele Damen und Herren, besonders Ehemalige, standen Schlange vor der Kasse, um Einlass gewährt zu bekommen und sich einen guten Platz zu suchen. „Weit über 260 Anmeldunge lagen vor“, sagte Margret Schröder später. Viele seien enttäuscht gewesen, keinen Platz mehr bekommen zu haben.  Sie hieß die Seniorinnen und Senioren herzlich zu diesem Wiedersehensfest willkommen. Wettringen habe zur Zeit der Schenkung an das Kloster Herford „vielleicht nicht einmal so viele Einwohner gehabt.“ In ihrem Grußwort ging sie auf das Thema „Heimat“ ein. Das Wort „Heimat“ gebe es nur im Deutschen und lasse sich kaum durch eine neudeutsche Konstrukiton ersetzen, eine einheitliche Definition existiere nicht. Wenn der Engländer von seinem „hom“ als seinem „castle“ spreche, meine er in erster Linie sein Haus. Heimat sei etwas anderes, etwas, das nicht an einen Ort gebunden sei. „Heimat ist mehr als nur ein geographischer Punkt. Heimat ist ein Gefühl. Heimat ist ein wichtiger Bezugsraum, ein Raum tiefen Vertrauens, das bewusste Erleben von Traditionen, Beziehungen, Erlebnissen“, formulierte sie. Gerade in der zunehmend globalisierten Welt werde der Wunsch nach dem Vertrauten immer lebendiger. Der deutsche Erzähler Thodor Fontane habe gesagt: „Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen.“ Bevor es dann ins Programm ging, gab es Gelegenheit zum Kaffeetrinken und Erzählen. Eine unabdingbare Sache bei  derartigen Veranstaltungen. Es ist verständlich,  dass gerade die Ehemaligen daran interessiert waren, etwas über die Entwicklung Wettringens in den  letzten Jahrzehnten zu erfahren. Wer hätte da besser berichten können als Bürgermeister Engelbert Rauen. Er ging auf alle Entwicklungsbereiche ein und konnte eigentlicht nur  Positives mitteilen, ausgenommen vielleicht, dass die Geburtenzahlen in den letzten Jahren rückläufig waren.  Ausgezeichnet  die Filme von Heinz Georg Vollmer. Die Reise, die in der Vergangenheit begann, endete in der Gegenwart. Wunderschönes Wettringen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten gekonnt die Wettringer Harmonikamusikanten Paul Berning und Werner Außendorf, der auch als Solosänger auftrat. Heinz  Remki sorgte abermals für eine Menge Vernügen als  „Öhm an de Müür“, die Rothenberger Musikanten, die sich den Bilker Harmonikaspieler Helmut Lauen „ausgeliehen“ hatten , begeisterten. Ein schöner Abschluss war der gekonnte Auftritt der „flotten Wettringer“ , Tanzgruppe der Elisabethkonferenz.