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Kategorie: Archiv

„Singe, wem Gesang gegeben,

In dem deutschen Dichterwald!

Das ist Freude, das ist Leben,

Wenn´s von allen Zweigen schallt.“

Dieses Gedicht von Ludwig Uhland kann als Kern der Einladung des Heimatvereins an alle Wettringer und auch an Sangesfreudige aus der Nachbarschaft, zum Rudelsingen am 03. Mai zum Heimathaus Wettringen zu kommen, gesehen werden. Und der Begriff „Rudelsingen“, mag er kommen, woher er kommt, beschreibt nach seiner Definition durchaus das, was sich dort von 16 – 18 Uhr realisierte: „In lockerer Atmosphäre treffen sich Menschen jeden Alters und singen gemeinsam Hits und Gassenhauer von damals bis heute. Dabei werden sie alle live vom Sänger und Pianisten begleitet. Die Texte werden per Beamer an die Wand projiziert.“ Einiges wurde in Wettringen geändert. Die „Hits und Gassenhauer“ waren 30 schöne alte Volks- und Wanderlieder. Nicht „der Sänger“ begleitete, sondern das waren stimmsichere Sänger und Sängerinnen des Männergesangvereins und des Frauenchores, ebenso solche aus dem Kreis des Heimatvereins. Textsicherheit gaben die Liederhefte des Heimatvereins, die zur Verfügung gestellt wurden. Die „Pianisten“ waren Paul Gehring, Paul Berning und Werner Außendorf mit ihren Akkordeons sowie Uwe Flüthmann mit Gitarre, der auch die Moderation übernahm. Gesang gegeben war, davon zeugten die über 100 Gäste, die das Heimathaus füllten – wegen des Regens musste die Veranstaltung hierhin verlegt werden -, vielen Wettringerinnen und Wettringern, die Heimatvereinsvorsitzender Werner Janning zu diesem „erstmals offenen Singen am Heimathaus“ willkommen hieß. Es sei eine der neuen Veranstaltungen des Heimatvereins, zu der man ermutigt worden sei durch zwei erfolgreiche Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Gemeinde. Ein Wort des Dankes richtete er an den Männergesangverein und den Frauenchor, beide hätten sofort ihre Unterstützung zugesagt. „Vielen Dank, Rosemarie Deiters, Reinhard Fischer und Leo de Jong.“ Paul Berning habe seine Musikkameraden angesprochen, Werner Außendorf, Paul Gehring und Uwe Flüthmann seien sofort begeistert gewesen. „Es soll heute kein Konzert sein, sondern ein gemeinsames Singen von alten Volks- und Fahrtenliedern“, so Werner Janning, der damit das Wort Uwe Flüthmann übergab. Es werde in Deutschland noch viel und gerne gesungen, meinte er. „Das kann meine Badewanne bestätigen, wenn sie reden könnte.“ War nicht notwendig, wie sich in den nächsten zwei Stunden zeigte. Von „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, „Im Frühtau zu Berge wir ziehn vallera“, „Heute an Bord“, „Mein Vater war ein Wandersmann“, „In der Lüneburger Heide“ bis hin zu „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen“ erklangen 30 Volks- und Wanderlieder. Bestätigt wurde eines: Die Leute sangen nicht nur voller Freude, sie sangen textsicher und beherrschten die Melodien. „Das hat man uns in der Volksschule beigebracht“, erinnerten sich einige Gäste. „Heute singt man dort ja kaum noch, bestimmt nicht Volks- und Wanderlieder“, hieß es hier und da. Das Mitsingen des Rudelchores begeisterte mehr und mehr das Musikanten-Quartet,t besonders Uwe Flüthmann. „Wir lieben euch immer mehr“, steigerte er sich in seinen anerkennenden Worten. Und: Zwischen vielen Liedtexten und Wettringer Gegebenheiten fand er einen Bezug. Berge gibt es in Wettringen auch: den Rothenberg und den Bilker Berg. Berg ist Berg - wer spricht da von schwindelerregenden Höhen? Und um in die Heide zu kommen, muss man nicht in nach Lüneburg, die gibt es in Haddorf. Dort findet man ja auch Wasser in vielen kleineren oder größeren Seen. Sogar zum Segeln. Dass Lieder wie „O, wu schön is mien Westfaolen“, „Wiätringen, miene Haimaot“ nicht fehlten – klare Sache. Heimatstolz ist berechtigt. Da wurden „drüger Schinken“, „Schwattbraut“ und „Westfälschen Klaoren“ luorwt. Das alles wurde in der Pause nicht angeboten, wohl aber Grillwürstchen und Getränke, bis hin zu einem „Glaserl Wein“. Das Abschlusslied fasste richtig zusammen: „Kein schöner Land – als das unsre weit und breit.“ Werner Janning sicherte zum Schluss eines zu: Das war nicht das letzte Rudelsingen des Heimatvereins Wettringen. Es gibt eine Fortsetzung.