Bleibt Werner Janning 1. Vorsitzender des Heimatvereins Wettringen?
Diese Frage stand nicht ernsthaft im Raum, als sich dessen Mitglieder zur Generalversammlung in der Bürgerhalle einfanden. Wer entlässt auch schon ein derart aktives Zugpferd? Niemand. Werner Jannung wurde einstimmig wiedergewählt und strebt nun seinem Hauptziel weiter entgegen: Sein großes Anliegen: „Unser Heimatverein konnte in den letzten Monaten viele neue Mitglieder gewinnen, etliche auch aus der jüngeren Generation.“ Das sei besonders erfreulich. Aber: „Wir haben das Ziel, bis Ende des Jahres die 500-Mitgliedermarke zu knacken.“ Das könne geschafft werden, wandte er sich an die Heimatfreunde, wenn man neue Mitglieder werbe.  Chancen gibt es eigentlich genug. Wettringen hat aufgrund der regen Bautätigkeit viele Neubürger und der eine oder andere könnte ja vielleicht durch seinen Beitritt dazu beitragen, dass das halbe Tausend Realität wird.

Was Janning nicht freute war, dass ein weiteres Zugpferd nicht wieder antrat. Lisa Korthues: „Neun Jahre als Schriftführerin im Vorstand sind genug.“ Werner Janning verabschiedete sie mit einem Blumenstrauße und – wie alle Vorstandsmitglieder – schweren Herzens aus dem Gremium. Christel Möllerwessel, die außerhalb der Reihe als Beisitzerin gewählt worden war, wurde einstimmig im Amt bestätigt. Sie hat schon mit so mancher guten Idee zu Veranstaltungsangeboten beigetragen. Für den leider zu früh verstorbenen Beisitzer Josef Tietmeyer wählten die Heimatfreunde Antonia Pähler zur Nachfolgerin, und das Amt der Schriftführerin übernimmt Irmgard Kockmann, Gemeindebedienstete im Hauptamt. „Gibt es eine Interessenskollision?“, schmunzelte man. Bürgermeister Berthold Bültgerds gab postwendend die Antwort: „Wir sehen es von der Gemeinde sehr gerne, wenn sich Bedienstete ehrenamtlich in den Vereinen engagieren.“ Ohne die Vereine „wäre es in der Gemeinde nicht so gut bestellt“, lobte er. Und Lob gab es deutlich für den Heimatverein und dessen Vorstand. „Der Vorstand, an der Spitze der Vorsitzende, lebt den Heimatverein mit Herzblut. ... Ihr habt eine gelebte Überzeugung, die Aktivitäten machen Wettringen attraktiv und lebenswert.“ Der Heimatverein „erhalte die Geschichte, die „Wurzeln der Heimat“, so der Bürgermeister, und sorge für die Verbundenheit zum Ort. „Diese Verbundenheit schafft Bindungen zwischen den Menschen.“ Man könne im Rückblick von einer Erfolgsbilanz sprechen, sagte Bültgerds und sicherte zu: „Soweit wie möglich und vertretbar werden Rat und Verwaltung den Verein unterstützen“, wie dieser seinerseits die Gemeinde unterstütze, etwa durch die Arbeit der Arbeitsgruppe am Heimathaus. Vorsitzender Werner Janning ging nach der Begrüßung auf den Heimatgedanken ein. Man lebe heute in einer Zeit, „wo wir das Gefühl haben, die Welt gerät aus den Fugen. Feste Werte und Ordnungen erscheinen unsicher. Populistische Heilsbringer mit groben Vereinfachungen und Schuldzuweisungen finden Zustimmung.“ Viele würden, „was uns weitgehend fremd geworden ist, suchen: Beschaulichkeit, Ruhe, Gelassenheit, Hinwendung, Zuversicht.“ Die Sehnsucht nach Heimat wachse.

Der sich anschließende Jahresrückblick von Lisa Korthues rief um die 40 Aktivitäten in Erninnerung, der Kassenbericht von Hermann Münning stellte restlos zufrieden. Die Kassenprüfer Franz Wieching und Heinz Möllerwessel beantragten die Entlastung des Kassierers und des Vorstandes. Beiden wurde sie einstimmig erteilt. Zum Kassierer hieß es: Der Heimatverein kann stolz sein, einen solchen Kassierer zu haben.“

Satzungsgemäß musst Heinz Möllerwessel ausscheiden, neue Kassenprüferin wurde Marianne Hagel. Dass es während des gemeinsamen Kaffeetrinkens schöne Unterhaltungsmusik gab, dafür sorgte die „Hausband(e)“ des Marienheimes mit  bestens vorgetragenen schönen alten Schlagern. Groß war der Beifall und diesmal wurde auch eine Zugabe gefordert. Anschließend übernahmen Paul Berning und Werner Außendorf die musikalische Begleitung beim Singen plattdeutscher Lieder.

Sehr interessant waren die Kurzfilme, die auf die Schützenfeste 1956/57 eingingen. Viele der Personen erkannte man nicht mehr oder hatte sie nie kennengelernt. Oft hörte man: „Waren die Schützen damals aber alt!“ Man muss zugeben, dass sich in den Schützenvereinen der Altersdurchschnitt heute sicher gesenkt hat. Manchmal ließ aber wohl die Kleidung die Schützen alt erscheinen.