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Kategorie: Mitteilung

Da wunderte sich der Vorstand des Heimatvereins Wettringen und wer pünktlich zu 16 Uhr zum Weihnachtslieder-Singen ins Heimathaus kam, staunte: Kein Platz mehr, außer im tiefer liegenden „Kuhstall“. Bereits kurz nach 15.30 Uhr waren die Plätze an den Tischen auf der Tenne rundum besetzt, so groß das Interesse. Und, das stellte man in Gesprächen fest, die Gäste kamen bis aus Rheine. Ein guter Ruf eilt also dem Weihnachtsliedersingen in der anheimelnden Atmosphäre des Heimathauses Wettringen kilometerweit voraus. Wunderschön gedeckt die Tische, auch mit Piepkuchen. Bereits Stunden vorher hatten sich Vorstandsmitglieder und Helfer des Heimatvereins getroffen, um mit den alten Waffeleisen in der Glut des Herdfeuers nach alten Piepkuchenrezepten diese Köstlichkeit herzustellen. Glühwein duftete nicht nur, er mundete. Ebenso die anderen Getränke. Auf welchem Weg die Kunde vom schönen Weihnachtslieder-Singen sich im Umreis verbreitet? Die Besucher gaben Klarheit: „Wir sind oft mittwochs zum Kaffeetrinken im Heimathaus.“ Heimatvereinsvorsitzender Werner Janning hieß herzlich willkommen ebenfalls Margret Schröder, die für die „Tagesordnung“  und deren Ablauf sorgte. „Alle Jahre wieder“, es war das erste Lied, das gesunden wurde, stimme, wie sich zeige, meinten beide. Man erfreue die Menschen. Ein weiterer Grund des Kommens sei sicherlich, dass man gerne die nette Gemeinschaft im Kreis vieler  erlebe anstatt alleine zu Hause zu sitzen. Paul Berning und Werner Außendorf, sie sind die bekanntesten Musikanten im Hiärtken, spielten auf und es wurden die alten schönen Weihnachtslieder gesungen. Jeder konnte mitsingen, denn es lagen die Liederbücher des Heimatvereins aus. In kluger Voraussicht hatte man sie in großer Druckschrift herstellen lassen, so dass die Texte von allen gelesen werden konnten. Für plattdeutsche Texte hatte Paul Berning die Übersetzung aus dem Hochdeutschen besorgt. Drei Lieder, drei Texte, Zeit zur Unterhaltung. So lief es zur Zufriedenheit aller. Auch Antonia Pähler vom Heimatvereinsvorstand kam mit ihrer plattdeutschen Geschichte gut an. Auffallend starken Beifall gab es für den vorgelesenen Brief einer Mutter an ihre Kinder und Enkel, in dem sie mitteilte, sie fahre in diesem Jahr für das Geld länger in Urlaub und in dem sie ihrer Nachkommenschaft genaue Instruktionen gab, was alles wie, wann und wo zu tun sei, falls man die Tradition der Familienfeier erhalten wolle. Offensichtlich war die Kritik zu erkennen, dass alle gerne zum Feiern kämen, leider aber nicht, auch nur einen Handschlag zu helfen. Nach gut zwei Stunden wurde die letzte Geschichte vorgelesen, die von davon berichtete, dass ein kleiner Junge das Jususkind zu erpressen versuchte.  Ein Pastor beobachtete, wie dieser Junge an zwei Tagen Josef und Maria aus der Kirchenkrippe mitnahm Am dritten Tag lag dort ein Brief: „Wenn ich nicht das Fahrrad zu Weihnachten bekomme, siehst du deine Eltern nicht wieder.!“  Eine nachdenklich machende Geschichte. Wie konnte der Junge auf diese Gedanken kommen? Das Lied vom Tannenbau mit den immergrünen Blättern erklang. Zwei ansprechend schöne Stunden fanden ihr Ende.