Das war für den Heimatverein Wettringen schon eine Freude. War auch in den vergangen Jahren die Teilnahme am Martinszug zufriedenstellend:

In diesem Jahr wurden alle Erwartungen gewaltig übertroffen. Ein sehr langer Zug setzte sich nach der eröffnenden Andacht in St. Petronilla in Bewegung, in der großen Überzahl junge Familien mit „Kind und Kegel“. Allen voran St. Martin auf einem starken Ross. In der Dunkelheit wirkte es manchmal wie ein Geisterpferd, denn die schwarzen Flecken des Fells gingen nahtlos über in das Schwarz des Abends. Ansonsten ein ruhiger Vertreter seiner Art. Die zahlreichen Kinder waren stolz, ihre zum Teil selbstgebastelten Laternen zu Ehren St. Martins tragen zu dürfen. Gesungen wurden die altbekannten Martinslieder, angestimmt von Reinhard Fischer und  Lothar Kenning vom Männergesangverein „Sängerlust“, begleitet vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wettringen. Der Weg an der Steinfurter Aa entlang und durch die Siedlungsstraßen wurde schneller bewältigt, als manch einer es dachte. Auf dem Kirchplatz hatten die Pfadfinder ein Stadttor errichtet und einige Häuser von vor der Stadtmauer lebenden Familien. Dieser Stadt näherte sich bei lausiger Kälte ein armer und zerlumpter Bettler, der nicht in die Stadt eingelassen wurde. Zu zerlumpt, zu dreckig, vielleicht verlaust und Träger einer Krankheit. Man weiß ja nie, was mit diesem armen Volk ist. Abgewiesen wurde er auch von den Bewohnern der Häuser vor der Stadtmauer. Das waren früher die armen Leute. Sollte er doch erfrieren. Dann näherte sich St. Martin mit seiner Kohorte. Er erkannte die Not des armen Bettlers und half, indem er ihm die Hälfte seines warmen Mantels, also fast die Hälfe seines Vermögens, schenkte. Ein Mann, so recht für das ihm später übertragene Bischofsamt geeignet. Nicht auf Reichtum und Macht war sein Sinnen gerichtet.

Nach Abschluss des Martinsspiels verloste die Wettringer Werbegemeinschaft, vertreten durch Erich Deiters, Klaus Scho-Leutermann und Julia Kemper,  unter den Anwesenden 10 bratfertige Gänse, abholbar beim Geflügelhof Frohoff-Hülsmann. Einige Losinhaber waren zu früh gegangen, ihr Los verfiel. Und die leckere Weihnachtsgans ging an einen geduldiger wartenden anderen Losinhaber.