Not und Elend im Süden, Sonnenschein und gute Laune im Nordwesten. Unterschiedlicher hätte es wettermäßig am Sonntag nicht sein können, an dem Tag, an dem der Heimatverein Wettringen zur Familienradtour eingeladen hatte.

Ab 14 Uhr kamen die Gruppen in unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Alters zum Heimathaus, wo der Start war. Sie erhielten eine Wegbeschreibung – Messtischblatt mit Einzeichnung des Weges – und einen Aufgabenbogen, der einiges forderte. Für die Kinder gab es kostenlos eine schöne blaue Schirmkappe, für die Erwachsenen eine solche mit dem Hinweis „Wiättringen is dat Hiärtken van de Wiält“, Garant: Heimatverein Wettringen. Wer Mitglied des HV war, musste nicht Bares auf den Tisch legen, Nichtmitglieder hatten dafür einen Obolus von nur 2 Euro zu blechen, besser noch, sie traten flugs dem Heimatverein bei.

Etwa 25 mehr oder weniger große Gruppen waren bald unterwegs. Erstes Ziel war der vom Heimatverein errichtete Rastplatz „hinter der Dammwildwiese“. Gut, dass man hier noch nicht das Bedürfnis hatte, sich zu setzen. „Große Künstler“ hatten Bänke und Tische mit ihren nicht museumreifen Werken in einer hässlichen schwarzen Farbe beschmiert. Dem HV-Vorsitzenden funkelten vor Zorn die Augen. Viel Arbeit würde es kosten, alles wieder instand zu setzen. Die Holzbänke würde man zur Not abhobeln können, aber die Sandsteine?

Weiter führte der Weg bis zum Hof Specker, dann zum uralten Grenzstein zwischen Steinfurt und Wettringen, dann links ab zu den Windrädern und zum Ehrenmal des Schützenvereins Maxhafen, dem Ort, wo vor langer Zeit der Max-Clemens-Kanal endete. Weitergeleitet wurde man über den Tie-Esch ins Andorf, dem ältesten Siedlungsbereich des Hiärtkens.

Zu beantworten waren Fragen, warum dieser Bereich als Siedlungsbereich gewählt worden sein könnte. Es war wirklich ein Idealer Siedlungsort zwischen zwei Flussauen an einer fruchtbaren Anhöhe.  Sicherlich gab es jagdbares Wild, dazu in Aa und Vechte Fische, und Ernten konnte man Uhrgetreide auch. Vielleicht auch mitentsendend: In den Sandbülten konnte man leicht die Urnen verstorbener Familienmitglieder bestatten. Man findet sich manchmal noch heute.

Weiter führte der Weg Richtung Vechte zur bestens gepflegeten Schutzhütte an der ehemaligen „Hagenhoffschen Mühle“. Der Schützenfestplatz Rothenberge wurde nicht ausgelassen, Fragen zur Villa Jordaan waren zu beantworten, ebenfalls zum „Fledermausstollen“, einem Relikt, dass an eine frühere „Bergwerkstätigkeit“ in Wettringen erinnert. Dann das Wegekreuz Schulte-Sutrum. Vor Jahrzehnt lag hier die Wirtschaft gleichen Namens, wo Wanderer gerne rasteten, denn hier wurden „Stramme Mäxe“ serviert, die Ihresgleichen suchten.

Von den alten Gebäuden war nichts mehr vorhanden. Ein total neuer Bauernhof mit Waldanpflanzungen im Umkreis. Über die Vechte führte der Weg zurück ins Dorf. Eine Pause einlagen konnte man den dem schönen von der Landjugend errichteten Rastplatz. Dann führte die Tour über den Bahnradweg, vorbei an der Bernhardsbuche hin zum Spieker Termühlen und endete am Heimathaus.

Hier erfolgte die Auswertung der Aufgabenbögen, leckere Getränke stillten den Durst und Grillwürstchen, die die „Bruzzelgruppe“ des Heimatvereins gezaubert hatte, waren nicht zu toppen. Bis in den Abend hielten sich hier viele auf und genossen auch die netten Plaudereien. Hinzugesellt hatte sich im Laufe des Nachmittages Nikolaus Evers von der Gruppe „Strauhspier“.